Donnerstag, 15. Januar 2015

Wie weiter mit der Klimapolitik?

2015 ist da - und viele reden über dieses Jahr als ein "Entscheidungsjahr" für die globale Klima- und Entwicklungspolitik. Ich bin skeptisch, dass die formalen Verhandlungen wirklich so wichtig und entscheidend werden dieses Jahr, wie einige schreiben. Aber die globale Aufmerksamkeit ist wichtig (die Klimaberichterstattung nimmt zum Beispiel endlich wieder zu). Und gemeinsam müssen wir den globalen Klimaschutz in die Hand nehmen. Und erzwingen. Das argumentieren zumindest Martin Kaiser und ich in diesem in der Politischen Ökologie erschienenen Essay:

Die verstärkte Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung ist einer der Hauptgründe, warum zwischen den Jahren 2000  und 2010 die globalen Emissionen von Treibhausgasen schneller gewachsen sind als jemals zuvor. Die erste Dekade des 21. Jahrhundert war die schlimmste für das Klima und liess die Konzentration von CO2, Methan und Lachgas in der Atmosphäre heute auf ein Niveau ansteigen, das es in den letzten 800.000 Jahren nicht mehr gegeben hat. Wir Menschen sind daran Schuld! Der fünfte Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC fasst den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse bis 2010 zusammen. Und ist mehr als besorgniserregend. So haben seit den 70er Jahren allein die Ozeane mehr als 90% der Energie, die dem Klimasystem zusätzlich zugeführt wurde, gespeichert. Das verstärkt aufgenommene CO2 führt in den Ozeanen zur Versauerung, die Korallen angreift und auf Dauer wichtige Nahrungsnetze zerstört. Eine Versauerung der Meere wie heute gab es seit 300 Millionen Jahren nicht mehr.

Unsere bedeutendsten Ökosysteme wie die Arktis oder die Antarktis schmelzen. Vor allem das Meereis der Arktis ist in der letzten Dekade schneller geschmolzen als jemals zuvor. Das hat gewaltige Auswirkungen auf die Meeresspiegel. Schon jetzt gibt es kleine Inselstaaten, die ihre Existenz und die ihrer Einwohner befürchten müssen. Erst im September 2014 war deshalb der President der Republik Kiribati in der Arktis, um sich eine der Ursachen für den existenzbedrohenden Meeresspiegelanstieg anzusehen. Er sagte “My visit to the Arctic is to witness first-hand the source of what is affecting my country and to understand the connection between the melting of these massive sheets of ice and the rise in sea level in our part of the world.”

Ein weiteres Ansteigen der Emissionen von Treibhausgasen und der damit verbundenen Erwärmung wird zu massiven und nicht wieder umkehrbaren Veränderungen für Menschen und Natur führen. Denn wenn wir so weiter machen wie bisher, wird bereits innerhalb von vier Generationen die Erderwärmung auf 5 Grad ansteigen. Keine angenehme Aussicht, denn bereits mit knapp einem Grad Erwärmung messen die WissenschaftlerInnen massive Veränderungen.

Das Modell ‚Kohle-, Gas- und Ölverbrennung‘ ist ein Harakiri-Ansatz

Die Warnungen der Wissenschaft waren noch nie so deutlich. Laut der World Meteorological Society gab es bereits zwischen 2001 und 2010 mehr und extremere Wetterereignisse als je zuvor seit Beginn ihrer Messungen. Und der Trend geht weiter. Extreme Stürme wie Sandy (New York) und Hajan (Philippinen), Hitze- aber auch Kältewellen wie zuletzt in den USA - all diese Ereignisse machen den Klimawandel greifbar. Das verändert - zum Glück - auch die Rahmenbedingungen für Klimapolitik weltweit. Das extreme Wetter in den USA hat schon jetzt z.B. dazu geführt, dass dort wieder eine klare Mehrheit an den Klimawandel glaubt. Durch Stürme wie Sandy wird nicht nur medial sichtbar, wie dramatisch die Auswirkungen von immer intensiveren Stürmen sein werden. Sandy machte selbst den Reichen klar, dass der Klimawandel auch vor ihnen nicht halt macht. Auch ihre „Gated Communities“ sind nicht vor den zerstörerischen Kräften des Klimawandels sicher.

Gleichzeitig werden die vorhergesagten Auswirkungen auf elementarste Ressourcen wie Wasser oder Land immer offensichtlicher. Wenn es z.B. im Amazonas so trocken ist, dass die Armee Wassertransporte schützen muss, bekommen nicht nur Umweltschützer ein mulmiges Gefühl. Schon jetzt leben 1.2 Milliarden Menschen in Ländern mit absoluter Wasserknappheit. Ironischer Weise braucht aber gerade die Kohle – die klimaschädlichste aller Energieformen – extrem viel Wasser. Der Wasserverbrauch der Energiewirtschaft soll sich bis 2035 mehr als verdoppeln – und Kohleprojekte machen 50% dieses Wachstums aus. Die Auswirkungen sind lokal oft verheerend. In Mpumalanga in Südafrika, z.B., muss die lokale Bevölkerung Wasser kaufen während Eskom, der staatliche Kohlekonzern, das örtliche Wasser vergeudet und verschmutzt.

Die Tatsache, dass immer offensichtlicher wird, dass elementare Ressourcen akut begrenzt sind, hat auch Positives. Sie führt z.B. dazu, dass Wirtschaftsakteure, die bisher nie über den Klimawandel nachgedacht haben, plötzlich seine Auswirkungen ernst nehmen und über Alternativen nachdenken. In China änderte z.B. selbst der größte Kohlehändler der Welt, Shenhua, seinen Kurs, als öffentlich wurde, wie der Wasserverbrauch der Kohle die Lebensgrundlage der örtlichen Bevölkerung zerstört. Erneuerbare Energien verbrauchen extrem viel weniger Wasser und werden somit in einer immer stärker von Wassermangel geprägten Welt, auch aus anderen Gründen als dem Klimaschutz immer attraktiver.

Eine weitere wichtige Veränderung des Kontextes in dem internationale Klimapolitik gemacht wird, ist, dass man die internationale Klimapolitik nicht mehr nur als Facette der geopolitischen Auseinandersetzung zwischen „reichen Industrieländern“ und „armen Entwicklungsländern“ verstehen kann. Industrieländer wie Deutschland stehen in einer besonderen historischen Verantwortung und haben einen unfair großen Anteil an den klimaschädlichen Gasen, die sich heute in unserer Atmosphäre befinden. Gleichzeitig wächst täglich die Anzahl derjenigen die nicht im „Norden“ (den alten Industrieländern) leben, die aber durch ihren konsumintensiven Lebensstil, den Klimawandel massiv vorantreiben. Es ist zwar wichtig zu wissen, dass viele der Emissionen Chinas in Wirklichkeit für den Export, und damit unseren Konsum, bestimmt sind (eine Studie des britischen Tyndall Centres sprach von etwa einem Viertel). Trotzdem steht hinter der Tatsache, dass z.B. die pro Kopf Emissionen Chinas heute mit denen vieler europäischer Länder vergleichbar sind, auch eine wachsenden globale Mittelklasse und der extreme Konsum der Oberen 1% weltweit. Neben der Umverteilung von Nord nach Süd (die gerade für ärmere und kleinere Entwicklungsländer nach wie vor absolut essentiell ist), tritt die Frage der Umverteilung innerhalb von Ländern immer mehr in den Vordergrund. Weltweit müssen die, die viel haben vor allem „weniger nehmen statt mehr zu geben“, wie es Wolfgang Sachs formuliert. Die Klimadebatte ist deshalb weltweit zunehmend auch eine Debatte über Ungleichheit – sie ist zunehmend auch eine Klassenfrage.

Es geht darum wie wir das noch zu Verfügung stehende Budget an klimaschädlichen Emissionen gerecht verteilen. Die Idee eines „carbon budgets“ hatte Greenpeace schon in den 90er Jahren angeregt. Es beschreibt die fossilen Ressourcen, die wir noch verbrauchen dürfen, bevor absolut katastrophale Klimafolgen zu erwarten sind. Heute akzeptieren Institutionen wie der Weltklimarat, die internationale Energieagentur und die Weltbank alle gleichermaßen, dass es dieses Budget gibt - und dass es fast verbraucht ist. Der letzte IPCC Bericht sagt deshalb, wie wir gesehen haben, dass wir Emissionen nicht nur senken, sondern ganz beseitigen müssen. Und auch die konservative Internationale Energieagentur ist der Meinung, das zwei Drittel der heute schon bekannten fossilen Ressourcen nicht mehr verbrannt werden dürfen, wenn wir das Schlimmste verhindern wollen. Das trotzdem weiter mit großem Elan nach fossilen Ressourcen gesucht wird - und auch besondere Ökosysteme wie die Arktis nicht vor Ölbohrungen sicher sind  - ist mehr als irrational. Es ist Harikiri. Jedes Kohle- und Ölunternehmen, das weiter auf dieses Geschäftsmodell setzt, verantwortet das Leid und Elend derjenigen Menschen, die zukünftig verstärkt von Trockenheit, Meeresspiegelanstieg, Fluten, regenreichen Stürmen und ausbleibenden Ernten betroffen sein werden. Es muss auch mit juristischen Folgen rechnen.

Klimapolitik am Ende? Deutschland und Europa müssen den Kohleausstieg organisieren, versagen dabei bisher

Kurz vor der abschließenden Sitzung des IPCC haben die europäischen Staats- und Regierungschefs über eine Klima- und Energiepaket für die Zeit nach 2020 beschlossen. Die fossile Energiewirtschaft sowie die Industrielobby haben massiv auf den bereits schwachen Entscheidungsentwurf der Europäischen Kommission eingewirkt. Die beschlossenen Ziele – mindestens 40% CO2 Reduktion, mindestens 27% Erneuerbare Energien in der EU und eine Verbesserung der Energieeffizienz von mindestens 27% - alles bis 2030, zeigen leider, dass die Politik die dreckigen Jobs von heute den zukünftigen wirtschaftlichen Chancen einer grünen Transformation vorgezogen hat.

Die beschlossenen Ziele reichen bei weitem nicht aus um Europa dahin zu bringen, wo die EU offiziell seit 2008 hin will: zu einer Reduktion seiner Emissionen um 80-95 Prozent bis 2050. Gerade 95% sind aber nur erreichbar, wenn heute ein klarer Ausstiegsfahrplan für die bestehenden Kohlekraftwerke angegangen wird und neue verhindert werden. Das bisherige Hauptklimaschutzinstrument der EU, der Emissionshandel, ist in den vergangenen Jahren wegen eine Schwemme von kostenfreien oder günstigen Zertifikaten zu einer Farce geworden. Der Kohlenstoffpreis in der EU ist heute so gering, dass er einer der Gründe ist, warum mehr, nicht weniger, (Braun-)Kohle verbrannt wird.

Und auch in Zukunft soll die klimaschädliche Industrie massive Ausnahmen beim Emissionshandel erhalten. Damit ist der Zertifikathandel als Klimaschutzinstrument praktisch tot, und die bisherige EU Klimapolitik von Merkel, Gabriel und Co am Ende.

Die Unsicherheit für Investitionen in Kohle und Öl steigen aber trotzdem. Schon jetzt macht sich überall Widerstand gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke oder die Versuche mit Fracking breit. Tausende Menschen in Brandenburg wehren sich juristisch und mit Protesten gegen die Auslöschung ihrer Heimatorte durch neue Braunkohletagebaue. Allein im August 2014 sind fast 8.000 Menschen aus über 20 Ländern zu einer Menschenkette zwischen Deutschland und Polen zusammengekommen, um gegen den Klimawahnsinn zu protestieren. Dabei ist klar, dass auch die ArbeiterInnen in der Kohlewirtschaft einen langfristigen Plan verdient haben, wie die Transformation von der Kohleverbrennung zur Energiegewinnung mit Erneuerbaren Energien gerecht zu gestalten ist. Deshalb fordert auch Greenpeace in Deutschland den Kohleausstieg nicht über Nacht, sondern bis (spätestens) 2040.

Im Dezember 2015 soll ein globaler Klimaschutzvertrag dann auch mit den größten Atmosphärenverschmutzerstaaten China und USA unterzeichnet werden. Europa und Frankreich sind Gastgeber und spätestens dann wird ihnen der Scherbenhaufen der jetzt getroffenen Entscheidungen auf die Füße fallen. Denn die vom Klimawandel betroffenen StaatsbürgerInnen in jedem ihrer Länder genau hinsehen, was ihre Regierung zum globalen Klimaschutz zusätzlich beitragen. Und den Druck – auch von der Straße – erhöhen. Deutschland hat bisher wenig Neues zu bieten und riskiert ohne die Verabschiedung eines nationalen Ausstiegsgesetzes für seinen Kohlekraftwerkspark sein eigenes Klimaschutzziel von minus 40% bis 2020 zu verfehlen.

Bereits bis zur Klimakonferenz in Lima im Dezember 2014 müssen Deutschland und Europa Farbe bekennen. Nachdem China und die USA am 12. November ebenfalls Ziele für 2030 bekannt gegeben haben – und China zum ersten Mal versprochen hat sein Emissionswachstum zu beenden  – ist eine Wende in der globalen Klimapolitik greifbar nah. Die Ziele auch von USA und China sind aber unzureichend und müssen nachgebessert werden. In Lima, muss die EU deshalb vorschlagen, dass Ziele für 2025 vereinbart werden. Um damit glaubhaft zu sein, muss die EU selber bis März 2015 verbesserte Ziele für 2025 vorlegen. Nur so können Deutschland und die EU mithelfen, dass der Druck wächst, dass China z.B. seine Treibhausgasemissionen bereits um 2025 erstmalig absenkt (statt wie bisher versprochen „irgendwann um 2030“).

Was gibt uns Hoffnung, dass der globale Klimawandel einzudämmen ist?

Trotz der peinlichen 2030 Ziele der EU und einem mangelnden Kohleausstieggesetzes in Deutschland gibt es viel Grund für Optimismus. Die Tatsache, dass die USA und China nun gemeinsam neue Impulse in der Klimapolitik setzen ist einer. Vor allem aber schreiten nicht nur die Klimafolgen schneller und dramatischer voran als vorhergesagt: auch die Lösungen setzen sich schneller und nachhaltiger durch als gedacht. Die erneuerbare Energien sind heute schon verbreiteter – und vor allem auch billiger – als selbst Greenpeace es noch vor Jahren vorhergesagt hatte.  Es gibt 2014 15 Mal mehr Solarenergie und dreimal mehr Windenergie als noch 2007. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien hat errechnet, dass Erneuerbare schon heute in den meisten Ländern die ökonomisch sinnvollste neu zu bauende Energieform sind. In so verschiedenen Ländern wie Australien, Brasilien, Mexiko, der Türkei oder den USA sind Windkraftanlagen an Land jetzt schon nicht mehr teurer – und oft sogar billiger – als fossile Energien

Es ist deshalb absurdes Theater, wenn bei den Klimaverhandlungen, aktiver Klimaschutz von vielen Ländern weiterhin als „burden“ – also etwas Unangenehmes – behandelt wird. Klimaschutz lohnt sich (selbst wenn man von den vermiedenen Folgekosten der Klimaschäden absieht). Die Diskussion über die gerechte Verteilung des verbleibenden „carbon budgets“ ist deshalb auch eine Diskussion über Chancen.

Gleichzeitig wächst gerade durch die Knappheit wichtiger Ressourcen der Druck zu handeln (wie oben beschrieben). Wirtschaftsbosse genauso wie Städte machen sich zunehmend Sorgen, wie sie ihre Produkte in einer Welt des Klimawandels sicher produzieren können bzw. ihre BürgerInnen schützen können. Der andauernde Smogalarm in Peking hat z.B. direkt mit erwirkt, dass der Kohlekonsum in China im letzten Jahr – zum ersten Mal im 21. Jahrhundert – wieder gesunken ist. Und Teile der Wirtschaft beginnen zu handeln. Konzerne wie H&M, Ikea, Mars, Nestle, oder Philips haben sich alle zu 100% Erneuerbaren Zielen verpflichtet. Nicht alles ist Gold was bei diesen freiwilligen Ankündigungen glänzt. Trotzdem sind sie ein Zeichen, dass es heute bereits von großen Teilen des Mainstream akzeptiert wird, dass eine 100% Erneuerbare Welt nicht nur technisch machbar, sondern auch politisch wünschenswert ist. Klimaschutz wird nicht mehr als Wettbewerbsnachteil verstanden, sondern das zögerliche Handeln der Politik.

Es finden sich immer mehr Menschen weltweit zusammen, um die notwendige Beendigung des fossilen Zeitalters dort, wo sie Einfluss haben, voran zu treiben. Und das oft mit Erfolg. In Tacloban, der philippinischen Stadt, die durch den stärksten je gemessenen Typhoon Hajan fast komplett zerstört wurde, wird z.B. das neue öffentliche Verkehrssystem gleich auf Elektrobusse, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, umgestellt. Sydney in Australien will bis 2030 Strom, Heizung und Kühlsysteme alle auf erneuerbare Energien umstellen. Oslo, Stockholm und Kopenhagen haben sich ebenfalls das Ziel gesetzt 100% Erneuerbare Städte zu werden.

Die Zukunft hat also schon begonnen. Aber sie wird sich nur gegen die starken Kräfte derjenigen, die nach wie vor an den fossilen Energien, der Entwaldung und anderen Klimazerstörungen verdienen durchsetzen, wenn der öffentliche Druck, lokal, national, aber auch global, weiter wächst.

Die Klimabewegung wächst, wird globaler und wird für eine Vision von 100% Erneuerbaren Energien bis Mitte des Jahrhunderts mit Energiezugang für alle kämpfen

Und das tut er. Über eine halbe Millionen Menschen waren am 21. September in Hauptstäten der Erde auf den Straßen, um für eine langfristige Vision einer zu 100% auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung und dem langfristigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gasverbrennung einzutreten. Von Gewerkschaften, Schulen, Universitäten, Feuerwehr und Ärzte waren weit mehr zivilgesellschaftliche Gruppen beim größten Demonstrationszug allein in New York auf den Straßen als zu Beginn der Klimabewegung. Längst ist der Protest gegen eine völlig aus den Fugen geratene Klimapolitik weltweit auf ein ganz anderen Niveau gestiegen.

Die Menschen nehmen die Transformation der Gesellschaft selber in die Hand. Die religiösen Gruppen haben in New York mit einer gemeinsamen Klima-Erklärung überrascht: Christen – katholische, evangelische und orthodoxe - , Muslims, Buddhisten, Hindi, und andere Religionen rufen zum kompletten Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis Mitte des Jahrhunderts auf sowie für den Zugang zu erneuerbaren Energien für alle Menschen.


Das Momentum ist auf der Seite der Klimabewegung. Es wird eng werden für diejenigen Unternehmen der Kohle-, Öl- und Gasindustrie, die den sofortigen Einstieg in eine langfristige Transformation verhindern. Noch ist es Zeit für die Politik eine Evolution der Wirtschaft hin zu einer zukunftsfähigen einzuleiten. Ansonsten werden die Menschen weltweit zukünftig mehr und mehr das Heft der Transformation in die Hand nehmen. Es ist nicht zu spät, wenn wir ErdenbürgerInnen jetzt gemeinsam voran gehen!




Mittwoch, 14. Januar 2015

Despite Lima: 2014 was a good year for climate action

This blog was first published in OUTREACH as part of an issue looking back at COP 20 in Lima.

There is no question: COP 20 utterly failed to translate the positive changes happening in the real world into the negotiated outcome. After China and the US had, for the first time ever together, agreed to reduce carbon pollution and to drastically increase the use of clean energy, there was hope that the global climate conversation could change at Lima. Though more action is needed from both, there was at least hope that we could move from a “you go first, you know this issue is important ” mentality to an attitude of  “I can act, if you can act.” This did not happen. Given that governments had already agreed in Warsaw last year that they would only put forward their pledges for Paris after Lima, may be it was unrealistic to expect that mental shift to already show up in the formal negotiations. But it would have been so nice … especially as Typhoon Hagupit, right during the negotiations, once again illustrated the urgency to act.

Instead, the US and other developed countries emphasised the need to be “realistic” and “nationally determined” with future emission cuts, and disgracefully resisted stronger action on finance and adaptation, in particular to the most vulnerable countries.

India and China, on the other hand, allied with oil-producing states in an effort to protect themselves from taking on tougher and more binding emissions cuts in future.


The result was a messy compromise that sets no common time frame at all for future pollution cuts. The Lima decision does require countries to submit basic information about the climate actions they plan to include in the Paris agreement. But instead of a proper process to assess whether these actions will be sufficient and fairly distributed, all we will see is a technical paper compiled by the UNFCCC Secretariat to assess these inputs.

The outcome in Lima also establishes no clear requirement for rich countries to include climate finance in their reported actions before Paris, and does not establish a clear road-map for scaling up finance towards the 100 billion dollars a year promised by 2020.

This is all appalling. True. But Lima must also not be allowed to distract from the fact that 2014 has been a positive year in climate politics over all. And that a meaningful result could still be agreed in Paris.

2014 saw the rebirth of the global climate movement. People all over the world turned the latest, frightening warnings from climate science into a message of hope. Following over 400,000 people marching in New York to call for fast and just climate action in September, December 10th saw the largest ever climate march in Latin America in Lima. The march further showed the global reach and momentum of the climate movement.

And though the Chinese government failed to change their negotiation stance at COP 20, the end of China´s coal boom is still excellent news. After all, it was that very boom that made the first ten years of the 21st century the worst ever for our global climate. Also, the current decline in coal use does still create the possibility of China changing their stance by the time governments meet in Paris ...

2014 was the year when it became more and more obvious that acting on climate change delivers jobs, livelihoods and opportunities. The days when acting on climate change could be considered above all a burden are over (except, it seems, in the UNFCCC negotiations bubble). Renewables simply are the most economical solution for new power capacity in an ever increasing number of countries. China, this year, is installing as much solar as the US has ever (!) done.

Therefore, as the warnings are getting louder and louder – this year will, it is predicted, be the warmest on record - the bricks are quietly being laid in national policies around the world, that could deliver much more decisive climate action.

Indeed, even governments in Lima – despite their lowest common denominator approach to the negotiations - were not entirely tone deaf to the growing demands of the people and the changing economics of climate action. For the first time ever, the official negotiation text now includes a carbon free future as a possible goal: The working paper outlining options for the new global climate treaty contains a proposal for the world to go zero carbon by 2050. Of course, this is just an option. But it is proof that a carbon free future is no longer just a green vision. It is a real possibility, even in the eyes of government bureaucrats. Retaining a 2050 carbon free commitment in the document - and strengthening it further, with proposals that accelerate a transition to 100% renewable energy for all - could be game-changing. Paris could still signal the end of the age of fossil fuels.
I am not denying that governments in Lima did their best to make us all wonder whether there has been any real progress on climate politics this year … The influence of the fossil fuel lobby on governments North and South was once again as obvious as it was odious (and hence the call by 350.org to end that influence extremely timely).


And yet, the urgency of the climate science, the increasingly attractive economics of renewables, and the rising global climate movement, means that progress on climate action is now inevitable. Governments in Lima dithered. But the momentum is still on the side of climate action as we end 2014.

Lima: A positive end to a breakthrough year for the climate movement?

There is no question: 2014 has been a key year for the politics of climate change already, even before the latest round of climate talks get under way in Lima, Peru, next week. 

This is the year that you, and people like you, turned the latest, frightening warnings from climate science into a message of hope and defiance. More than 400,000 people marching in New York to call for fast and just climate action were the powerful symbol of a climate movement reawakening all over the world.
People's Climate March in New York City. 09/21/2014 © Greenpeace / Michael Nagle
As historic as the march in New York was, the end of China´s coal boom, the very boom that made the first ten years of the 21st century the worst ever for our global climate was also important. The latest data shows coal use falling faster than thought in China. If this turn into a long term trend, China´s emissions can stop their relentless rise soon.
China and the US have together, for the first time, agreed to reduce carbon pollution and to drastically increase the use of clean energy. Their agreement - just like the new goals that the European Union has set for itself - are painfully inadequate in the face of the urgency we face. But they change the dynamic of the global climate conversation. 

For years, global climate meetings were the place where countries would say to each other: “you go first, you know this issue is important ”. Now we are moving to a different world. Now countries say: “I can act, if you can act.” This is a major mental shift. This thinking makes collective action a possibility.
To deliver actions that can actually prevent climate chaos, though, we need to go further. We need more countries to say, “I want to act faster than you, because that will be better for me (and you).” This is not a pipe dream because acting on climate change delivers jobs, livelihoods and opportunities. The days when acting against climate change could be considered a burden are over. Clean, renewable energy is getting bigger, better and cheaper every day and can provide the solutions the world needs. Renewables are the most economical solution for new power capacity in an ever-increasing number of countries. 

100% of new power capacity added in the United States in August was renewable and countries such as Denmark and Germany are producing new ´clean electricity´ records almost every month. China is installing as much solar this year as the US has ever (!) done.
As the warnings are getting louder and louder – this year will, it is predicted, be the warmest on record - the bricks are quietly being laid in national policies around the world, that could deliver much more decisive climate action – and a meaningful agreement in Paris next year.
For that to happen, governments in Lima must agree a few key issues:
Of course, there is no guarantee that Lima will deliver these key demands (and the many other things the conference could make progress on). Over the next two weeks, governments will often make me despair and remind me of the absurd theatre that the climate negotiations often are. Sometimes, I may even wonder if there really has been progress made at all this year … especially when listening to the governments of Canada and Australia, whom I expect to speak on behalf of the oil and coal industries, not their people. And who will have many - too many - supporters, as with too many countries, the polluters of the past dominate domestic politics.
But, as Kumi Naidoo said at a recent TEDxAmsterdam talk

"When people in large numbers start believing that change is possible, only then does change become possible.” 

We are getting there on climate change. The urgency of the climate science, the increasingly attractive economics of renewables, and the rising global climate movement, means that progress on climate action is now inevitable. Leaders in Lima can do their job on behalf of their people speed up the transition to a world run on renewables for all. But even if they dither, they will not be able to change the fact, that the momentum is on our side as we end 2014. Join us – so that we can keep the momentum going!

Donnerstag, 10. Juli 2014

Roadmaps to climate safety ... and reflections on working at the United Nations

You may have heard about a new roadmap to prevent climate catastrophe, that was launched at the United Nations yesterday. After the launch, Jeffrey Sachs, one of the people behind the report, came into the “High Level Segment of the High Level Political Forum ” (yes, that really is the name) meeting that I am currently at to present the report there. And he got the attention of the audience, because he showed personal photographs taken all over the world. His pictures and stories described a world in crisis, from air pollution in Beijing to water scarcity in Turkey. They did make a case for urgent action.

 

It´s a shame therefore, that the report, - though right about the urgency to act -  is endorsing some technologies that are not sustainable, fast to deploy or safe. It´s simply not possible to produce the amount of bioenergy that the report calls for sustainably, for example. And nuclear power is so expensive, slow and dangerous, that it is simply a distraction in the climate fight. We can do even better. The technologies are there to deliver a true Energy Revolution based on energy efficiency and renewables. We therefore recommend that you look at our roadmap to a safe energy future before you rush to endorse Sachs´s.



 

That said, Sachs´s call for action was overdue. So far, the High Level Political Forum had lacked any urgency. This Forum was created at the Rio+20 Summit two years ago. It is supposed to give greater weight to development that does not cost the earth or our future. And it is supposed to check on governments actually implementing the (however inadequate) commitments made at Rio. Including new Sustainable Development Goals, which governments are set to agree by September 2015. So far, though, we see no sign of the High Level Political Forum having the gravitas and importance to really hold governments to account on sustainable development. To the contrary, we hear of wrangling behind the scenes in which some governments try to weaken the High Level Political Forum further …

 

It would be easy to despair at such news. But meeting at the UN are never just about what is formally being negotiated. As the media coverage for Sachs´s roadmap shows, the UN is also a platform. It is the ground and place for necessary global discussions – including climate change. It´s simply a fact, for example, that the media pays more attention to climate issues during the yearly global climate negotiations than during any other time of the year.

 

And out of many hours of misery in airless, windowless rooms at UN meeting, sometimes real progress springs. Over our 40 plus year history, for example, we as Greenpeace have been instrumental in creating many global environmental rules. Dumping radioactive wastes at sea, for example, used to be perfectly legal until public pressure and a resulting coalition of governments wanting to act banned the practice. Over time, we have contributed to the toxic waste trade being sanctioned, the transboundary movements of genetically engineered (GE) organisms being regulated and many cancer causing chemicals having been eliminated, for example. I would therefore recommend to any NGOs working on global issues but not yet accredited to the United Nations, to join us now (here is how you can get access to the UN).

 

It´s true that environmental bodies generally lack the teeth that organizations like the World Trade Organization (WTO) have. Whereas the WTO can impose punitive trade sanctions on countries not following their rules, environmental bodies are often lacking meaningful enforcement mechanisms. But there is no doubt, that without the global rules we do have, the plunder of our planet would be even faster and extensive.

 

Especially because global rules become the “minimum standard” on which you can build. For example, the toxic waste trade rules - known as the Basel Convention - helped us, when we – successfully – campaigned against electronic waste. We needed to tighten up national legislations to succeed and the national discussions could start at a higher level, because there was already an agreed global benchmark.

 

Global political meetings currently are often as frustrating as they have been here at the High Level Political Forum because of the capture of of all too many governments by polluters. To change that, we need to build pressure at the local, national and global level to tilt the balance in the directions of rules that protect people and planet. “Power never concedes nothing without a demand” slavery abolitionist Frederick Douglas already knew in the 19th century. If we do not demand action for our governments – whether on protecting our precious High Seas or on climate change – we, too, are to blame if they do not act.

 

So as I go back now to the windowless conference rooms at UN Headquarters to do my part in pressuring our governments, please help me by joining our movement.